Author Topic: UMBERTO und Flusskostenrechnung  (Read 14876 times)

Offline Oliver Crönertz

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UMBERTO und Flusskostenrechnung
« on: March 09, 2009, 14:46 »
Liebe UMBERTO-Anwender,

ich habe vor mit UMBERTO Flusskostenanalysen durchzuführen, wobei bei mir trotz Handbuch einige Fragen offen:

1. Können Übel (in Outputstellen) manuell als Referenzflüsse ausgewählt werden? (für Flusskostenrechnung)?

2. Wie kann ich die Entsorgungskosten in der Balance ausgeben lassen, wenn ich die Abfälle wegen der Referenzflüsse als Gut definieren muss? (Meine Lösung: negative Preise werden nur als revenue angezeigt) Geht dies eleganter?

3. Kann man die Wertflüsse mittels Sankeydiagramm auch innerhalb des Stoffstromnetzes darstellen oder geht dies nur die Summe der angefallenen Kosten an den Referenzflüssen (Systemgrenze - Output)?

4. Um einen Lagerprozess samt Bestandsveränderungen und Kosten zu modellieren, ist zwingend eine Storage-Stelle und eine Transition nötig – oder?

5. Kann ich über Templates eine Flusskostenmatrix generieren?

Vielleich kann mir jemand aus seinen Erfahrungen weiter helfen.

Vielen Dank & viele Grüße
O. Crönertz

Offline amoeller

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #1 on: March 10, 2009, 09:36 »
Ich habe mich mit den Fragen der Flusskostenrechnung befasst und festgestellt, dass es in der Tat keine tragfähigen Konzepte gibt. Wie sich aus der Anfrage ergibt, scheint die Flusskostenrechnung in Konflikt mit der Produktionstheorie Dyckhoffs zu stehen. Das ist auch so, wenn man sich ansieht, wie die Kosten für Abfälle bestimmt werden sollen. Man kann sie also in Wirklichkeit so nicht anwenden. In Wirklichkeit steckt hinter der Flusskostenrechnung der Versuch, 2 Szenarien in einem Modell zu rechnen: 1 Scenario mit Verschwendung (alle Abfälle dann bitte auch als Übel ausweisen) und 1 Optimalszenario ohne Verschwendung: d.h. sie reduzieren die Abfälle um die Verschwendung und schlagen die Mengen den Produkten zu. So kann man das Ganze dann auch mit Umberto modellieren. Sie erstellen erst ganz normal und ohne Tricks das Realszenario mit Verschwendung. Dann kopieren Sie das Szenario und aüberarbeiten die Transitionsspezifikation, so dass die Verschwendung nicht mehr auftritt. Nach den Berechungen sammeln Sie die Daten ein und vergleichen die Szenarien (Differenz). Das ergibt dann die Chart und die Flusskostenmatrix.

Ein kleines Beispiel für eine Transitionsspezifikation. Sie bearbeiten Alu, dabei fallen Späne an. Diese können Sie auf 50% reduzieren. Dann sieht die Spez. des Realbeispiels z.B. so aus:

Y00 = 70 * L01 ; Alu / Gut
Y01 = 20 * L01 ; Späne / Uebel

Bei Verschwendung von 50% der Späne sieht das Optimalszenario so aus:

Y00 = 80 * L01 ; Alu / Gut
Y01 = 10 * L01 : Übel / Uebel

Man kann auch gleich eine Parameter einbauen, der den Grad der Verschwendung angibt, so dass man nur noch den Parameter ändern muss. In manchen Fällen könnte man mit einem Netzparameter arbeiten. Dann muss man kein neues Szenario anlegen, sondern man rechnet mit dem geänderten Parameter erneut.

Offline amoeller

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #2 on: March 10, 2009, 09:45 »
Hinweis noch dazu: Es gibt Überlegungen, die Schritte der Flusskostenrechnung direkt zu unterstützen. Dann kann man die beiden Szenarien tatsächlich direkt in einem Modell erstellen. Auch die Auswertungen stehen dann automatisch zur Verfügung. Leider kann ich nicht genau sagen, wie man ein Sankey-Diagramm automatisch erzeugt. Das gesuchte Diagramm kann im Grunde aus den vorhandenen Daten direkt berechnet werden, leider dürfte das bei der Differenzbildung so nicht möglich sein. Ich würde zu e-Sankey greifen, mit 2 Farben:

grün für die Daten des Optimalszenarios,
rot für die Differenz aus Realszenario und Optimalszenrio (macht die Verschwendung im Netz aus)

Es ist sehr zu bedauern, dass die Literatur zur Flusskostenrechnung die Methoden zur korrekten Berechnung - man muss es so sagen - falsch darstellt. Es wird so getan, als könne man Aufwand auch einfach als Kostenträger betrachten. Das widerspricht den Fundamenten der Kostenrechnung. Deswegen muss man sich überlegen, welche Ziele man mit den Rechnungen verfolgt. Dieses Ziel charakterisiere ich mit dem Begriff der Verschwendung. Die will man sichtbar machen (was die normale KoLei nicht kann) und reduzieren.

Offline ProfSchmidt

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #3 on: March 10, 2009, 10:44 »
Pragmatisch:

Sie haben recht, man kann eine Art \"Reststoffkostenrechnung\" in Umberto realisieren, indem man den Abfall als Gut deklariert. Er wird dann wie ein Produkt gehandhabt, d.h. ein Teil der Kosten werden auf ihn alloziert. Diese können z.B. mengenmäßig auf ihn umgerechnet werden. Wir haben auf dieses Thema z.B. in http://umwelt.hs-pforzheim.de/fileadmin/dokumente/2002/Beitraege103_Stoffstromnetze_Keil_2002.pdf auf S. 29 hingewiesen.

Kosten habe ich in diesem Fall auch als negative Preise ausgewiesen. Eleganter geht es nicht, da der Ansatz an sich schon wenig elegant ist.

Formal:

Da kann ich Kollege Möller nur zustimmen. Etwas als Kostenträger zu behandeln, das kein Kostenträger ist und noch nicht einmal einen Deckungsbeitrag liefert, ist innerhalb der betriebswirtschaftlichen Theorie schwer zu fassen. Deshalb hat z.B. sogar Prof. Heinz Strebel den Ansatz sehr kritisiert (in Kramer, Eifler: Umwelt- und kostenorientierte Unternehmensführung, Gabler 2003, S. 155 ff). Man könnte einwenden: Aber es liefert eine interessante Zusatzinformation für eine umweltorientierte Auswertung.

Hier ist anzumerken, dass die eigentliche Schwierigkeit in der Zurechnung der Aufwendungen auf das eigentliche Produkt und den Abfall liegen, also in der \"Allokation\". Wenn dies massebezogen erfolgt, so stellt sich die Frage, warum man die Masse des Abfalls nicht einfach reduziert. Dies ist aber technisch meistens begrenzt. Der Abfall ist quasi unvermeidbare Begleiterscheinung des Produktionsprozesses oder des Produktes. Nur dem tatsächlich vermeidbaren Anteil des Abfalls dürfte man (vermeidbare) Herstellungskosten zurechnen. Dies unterliegt aber schwierigen technischen Einschätzungen und ist am saubersten - wie Kollege Möller erwähnt hat - über Szenarienbetrachtungen abzubilden.

Eine ähnliche Diskussion gibt es übrigens im Bereich der Wertstromanalyse, wo von wertschöpfenden und nicht wertschöpfenden Prozessen die Rede ist. Alles wird auf die wertschöpfenden Prozesse und Arbeitszeiten fokussiert. Wenn es aber nicht wertschöpfende Prozesse gibt, warum werden sie dann nicht einfach im Unternehmen abgeschafft? Also z.B. Werkstätten, Kantinen, Toiletten usw. Diese strenge Sichtweise, was wertschöpfend ist, ist also etwas einfältig.

Frage 3 verstehe ich nicht. Natürlich müsste das gehen, das ist eines der Kernfeatures von Umberto. Ggf. sollten Sie sich an den Umberto-Support wenden.

Zu 4: Leider ist bei den Stellen noch keine Kostenfunktionalität implementiert. Deshalb sollte man die Lagerhaltung als einen Prozess auffassen und als Transition darstellen. Wenn Sie die Bestände konsistent abbilden wollen, so ist die Kombination mit einer Stelle ideal.

Zu 5: Was meinen Sie genau mit Flusskostenmatrix?
Prof. Dr. Mario Schmidt
Pforzheim University
mario.schmidt@hs-pforzheim.de

Offline pbeilschmidt

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #4 on: March 10, 2009, 15:35 »
Oliver Crönertz wrote:
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> 3. Kann man die Wertflüsse mittels Sankeydiagramm
> auch innerhalb des Stoffstromnetzes darstellen
> oder geht dies nur die Summe der angefallenen
> Kosten an den Referenzflüssen (Systemgrenze -
> Output)?

Dazu nach Berechnung der \'LCI&Costs\' im Editorfenster aus dem Menü neben der Sankey-Schaltfläche den Eintrag \"Costs\" wählen, im kaskadierenden Seitenmenü eines der Produkte bzw. den Eintrag \"All Reference Flows\" selektieren.
------------------------
Peter Müller-Beilschmidt
myUmberto Moderator
ifu Hamburg GmbH

Offline Oliver Crönertz

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #5 on: March 10, 2009, 21:34 »
Sehr geehrte Herren,

vielen Dank erst einmal für Ihre schnellen Antworten. Ich beschäftige mich im Rahmen meiner Promotion mit stoff- und energieflussorientierten Kostenrechnungsansätzen, kenne und schätze Ihre Arbeiten in diesem Zusammenhang und freue ich mich über den fachlichen Input.

An Prof. Möller:

Prof. Möller schrieb: „Es wird so getan, als könne man Aufwand auch einfach als Kostenträger betrachten. Das widerspricht den Fundamenten der Kostenrechnung.“

Ich gebe Ihnen Recht, dass die Flusskostenrechnung durch die Behandlung von Abfällen/Reststoffen als Kostenträger i.e.S. den Grundsätzen der Kostenrechnung wiederspricht. Insbesondere wenn man die Preiskalkulation in den Mittelpunkt stellt.
Dies gilt insbesondere durch die Def. von Kostenträgern „...Leistungen, die die von ihnen verursachten Kosten tragen (decken) müssen“ und dem (umstrittenen) Kostenträgerfähigkeitsprinzip (Kostenverrechnung je nach Tragfähigkeit der Produkte). Habe ich noch einen Punkt übersehen?
Erweitert man den Blickwinkel jedoch auch auf alternative Auswertungszwecke (Identifikation von Einsparpotenzialen) ist sie durchaus zielführend, wie auch Prof. Schmidt aus praktischer Sicht schrieb. Ähnliche Wege gehen in diesem Zusammenhang z.B. die Ansätze der Qualitätskostenrechnung (die sicherlich auch umstritten sind). Ich würde daher eher von Flusskostenmanagement sprechen.

Zu Ihrem Vorschlag mit 2 Szenarien: Führt diese Idee nicht zum gleichen Ergebnis? Schließlich müsste ich die weggefallenen Kosten dann im Optimalszenario außen vor lassen und damit (wenn auch nicht explizit berechnet) Reststoffkosten als die Differenz der beiden Szenarien bestimmen (wird in UMBERTO ja standardmäßig über die Menge allokiert). Dies deckt sich mit der Definition der Reststoffkosten, wo von Kosten die Rede ist, die beim Wegfall der Kostenrechnung ebenfalls entfallen.
 
Eine Integration der Flusskostenrechnung in UMBERTO würde ich sehr begrüßen. Die Dyck’hoffsche Produktionstheorie (Gut und Übel) und die Flusskostenrechnung sind meiner Meinung nach nicht gänzlich konträr. Die Zuweisung von Aufwand (bei Input von Gütern und Output von Übeln) sowie von Erträgen wird auch in der Flusskostenrechnung befolgt („Materialkosten und Entsorgungskosten“). Einzig die Zurechnung der Kosten im System wird durch die Vorgabe Referenzfluss (Kostenträger) = Gut-Output beschränkt. Würde man diese Beschränkung aufheben (optional) sollte es funktionieren.

Über ein Feedback würde ich mich freuen, das bringt mich in meiner Arbeit weiter

Offline Oliver Crönertz

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #6 on: March 10, 2009, 21:38 »
An Prof. Schmidt:

Prof. Schmidt schrieb: „Hier ist anzumerken, dass die eigentliche Schwierigkeit in der Zurechnung der Aufwendungen auf das eigentliche Produkt und den Abfall liegen, also in der \"Allokation\". Wenn dies massebezogen erfolgt, so stellt sich die Frage, warum man die Masse des Abfalls nicht einfach reduziert. Dies ist aber technisch meistens begrenzt. Der Abfall ist quasi unvermeidbare Begleiterscheinung des Produktionsprozesses oder des Produktes. Nur dem tatsächlich vermeidbaren Anteil des Abfalls dürfte man (vermeidbare) Herstellungskosten zurechnen.“

Ich habe derzeit ein Projekt laufen, bei dem Betriebsstoffe im Mittelpunkt der Flusskostenrechnung stehen. Hier verschärft sich noch das von Ihnen angesprochene Problem, denn da Betriebsstoffe nie in das Produkt eingehen, werden diese und deren Kosten vollständig als Verschwendung betrachtet.
Wenn man dies, wie in meinem Fall mit den zuständigen Ingenieuren aus der Praxis bespricht ist das für diese schwer nachvollziehbar. Auch hier sind diese nicht bis auf 0 zu reduzieren.
Mein Vorschlag: Man muss sich am Stand der Technik (umweltrechtl. Def.) orientieren. Damit werden nur realisierbare Verbesserungen berücksichtigt – quasi als eine Art Benchmark mit dem best-in-class. Natürlich führt deren Bestimmung zu weiteren Problemen, wie man in der Praxis feststellt („Schweigekartell der Oberingenieure“).

Prof. Schmidt schrieb: „Eine ähnliche Diskussion gibt es übrigens im Bereich der Wertstromanalyse, wo von wertschöpfenden und nicht wertschöpfenden Prozessen die Rede ist. Alles wird auf die wertschöpfenden Prozesse und Arbeitszeiten fokussiert. Wenn es aber nicht wertschöpfende Prozesse gibt, warum werden sie dann nicht einfach im Unternehmen abgeschafft? Also z.B. Werkstätten, Kantinen, Toiletten usw. Diese strenge Sichtweise, was wertschöpfend ist, ist also etwas einfältig.“

In Kombination mit oben könnte man hier wieder an die qualitätsbezogene Kostenrechnung nach Kamiske/Tomys anknüpfen, diese bietet meiner Meinung nach ein differenzierteres Bild zu diesen Phänomenen. Hier wird zwischen Nutzleistungen (Wertschöpfung), Stützleistung (Aufrechterhaltung des Systems) und Blind- und Fehlleistungen (Verschwendung) unterschieden. Unter Stützleistungen würden dann die von Ihnen geschilderten „nicht wertschöpfenden“ Tätigkeiten sowie der effiziente Betriebsstoffverbrauch nach dem Stand der Technik fallen. Ziel ist hier nicht die Elimination, sondern die Minimierung – sprich Effizienz.

Ich gebe Ihnen Recht, dass Strebel die Flusskostenrechnung sehr scharf kritisiert. Ich finde seine Kritik jedoch wenig zielführend. Sicherlich ist der Kostenbegriff und die Zurechnung problematisch, jedoch für mich ein Schritt vom größeren (kein Ausweis der Einsparpotenziale) zum kleineren Übel (Ausweis der Einsparpotenziale, wenn auch mit theoretischen Mängeln). Die von Strebel vorgeschlagene Nutzwertanalyse ist sicher durch den Einbezug qualitativer Daten ein nützliches Instrument. Diese Auswertung wird dem „Renditeblick“ vieler Manager jedoch entgehen. Da sich die Flusskostenrechnung „die Sprache des Geldes“ bedient ist sie meiner Meinung nach überzeugender.

Zu meiner Frage bezüglich der Darstellung der Wertströme schreibe ich einen eigenen Eintrag.

Die Flusskostenmatrix ist eine Tabelle, welche die Herstellkosten (untergliedert nach Material-, System- und Entsorgungs-/Lieferkosten) differenziert zwischen Produkten, Verpackung und Reststoffen im Sinne der Flusskostenrechnung ausweist. Ich denke diese müsste man aus den Balance-Daten automatisiert ableiten können.

Über ein Feedback würde ich mich freuen, das bringt mich in meiner Arbeit weiter

Offline Oliver Crönertz

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #7 on: March 10, 2009, 21:44 »
pbeilschmidt Wrote:
-------------------------------------------------------
> Oliver Crönertz wrote:
> -----------------------
>
> > 3. Kann man die Wertflüsse mittels
> Sankeydiagramm
> > auch innerhalb des Stoffstromnetzes darstellen
> > oder geht dies nur die Summe der angefallenen
> > Kosten an den Referenzflüssen (Systemgrenze -
> > Output)?
>
> Dazu nach Berechnung der \'LCI&Costs\' im
> Editorfenster aus dem Menü neben der
> Sankey-Schaltfläche den Eintrag \"Costs\" wählen,
> im kaskadierenden Seitenmenü eines der Produkte
> bzw. den Eintrag \"All Reference Flows\"
> selektieren.

Wenn ich Sie richtig verstehe, beschreiben Sie das klassische Vorgehen zur Kostenberechnung. Mein Problem ist, dass bei der Sankeydarstellung der Kosten, diese nur an den Systemgrenzen aufgezeigt werden. Dies ist ja richtig, da Kosten nur einmalig anfallen.

Im Sinne von Wertströmen (sich aufaddierende Kosten) erfolgt aber keine Darstellung zwischen den Transitionen im System. D.h. die Transitionskosten werden richtig berechnet und auch in den Balance-Übersichten ausgewiesen, allerdings eben nicht innerhalb der Systemgrenzen als Wertströme dargestellt. Gibt es dazu eine Extraauswertung oder habe ich einfach etwas übersehen?

Ziel ist eine Abbildung, wie bspw. Abb. 15 (S. 30) bei oben aufgeführter Publikation von Prof. Schmidt.

Offline amoeller

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #8 on: March 11, 2009, 09:57 »
Wir haben mehrfach versucht, ohne den Ansatz von 2 Szenarien auszukommen: Temporäres Ändern der Materialtypen, Einführung eines neuen Materialtyps für die Reststoffe incl. gesonderter Behandlung. Da lassen sich schnell und leicht Beispiele finden, bei denen es gut aussieht. Leider gilt das dann nicht allgemein. Eine große Schwierigkeit liegt darin, dass man vor dem eigentlichen Lösen linearer Gleichungen für LCI und Kostenberechnung die Flow Charts für die einzelnen Referenzflüsse / Kostenträger extrahieren muss. Und hier hakt es schnell, etwa könnten die Reststoffe nachbehandelt werden. Wenn man die temp. als Güter behandelt, muss man einen solchen Prozess auch \"überarbeiten\" (der Rechner muss es). Was ist, wenn sich dann noch weitere Prozesse anschließen? Könnte man versuchen, aber: Was passiert, wenn diese modifizierten Prozesse per Recycling mit den Prozessen der eigentlichen Produktion vernetzt sind? Dann gehts nicht mehr.

Mittelfristig wird es wohl so kommen: In Umberto wird es eine spezielle Unterstützung für die Reststoffe geben. D.h. man kann sie speziell in den Transitionsspezifikationen ausweisen. Dann ist klar, was zu tun ist. Umberto kann dann 2 Szenarien rechnen, ohne dass das vom Anwender besonders beachtet wird, d.h. er kann sich seine eigenen Vorstellungen davon machen, wie Umberto das wohl berechnet. Wichtig ist dann nur, dass die Ergebnisse konrrekt im Sinne der Grundlagen sind und den Erwartungen an eine Flusskostenrechnung entsprechen. Das ist machbar. Dass Umberto anders rechnet als man es vielleicht erwartet, macht ja nichts (auch bei den linearen Gleichungen ist es in der Regel so, dass sich die Benutzer eher eine sequentielle Berechnung vorstellen). Flusskostenmatrix und reststoffbezogene Sankey-Diagramme sind kein größeres Problem.

Offline amoeller

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #9 on: March 11, 2009, 10:04 »
Flusskostenmatrix kenne ich von Publikationen Nakashimas:
Die Spalten geben die wichtigsten Kostenartengruppen an (z.b. Materialkosten u.ä.), in den Zeilen werden die \"gesamten\" Kosten zusammengesetzt:
1. Kosten  der Produktion der \"positiven\" Produkte (wird durch Optimalszenario bestimmt),
2. Kosten der \"negativen\" Produkte / Reststoffe, ergibt sich aus Differenz aus Real- und Optimalsznario,
3. Die gesamten Kosten (quasi traditionelle Kostenrechnung, Realszenario in unserem Fall)

Beliebt sind auch Tortendiagramme mit dem Optimalsznario (grau o.ä. dargestellt) und den Kosten der Reststoffe, differenziert nach den Kostenartengruppen.

Ich habe mich von der Auswertungsseite mal darum gekümmert: Und auch so geht es wieder nicht. Man muss schon zu Säulendiagrammen greifen, so schön die Pie Charts auch sind. Denn es ist durchaus möglich, dass sich die Kosten einer Kostenart beim Optimalszanrio erhöhen. Denkbar ist z.B., dass man mehr für Löhne oder Maschinen ausgibt, um Recycling zu ermöglichen.

Offline amoeller

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #10 on: March 11, 2009, 10:11 »
Zur Darstellung der Kostenflüsse in Sankey: Es hat mal Versionen gegeben, in denen die bestimmt worden sind. Man kann dazu bei den Einstellungen zur Berechnung auf \"Umberto 4x\" (o.ä.) umstellen. Dann sollte es gehen. Hintergrund ist, dass Umberto dann auch alle internen Verrechnungspreise bestimmen muss.

Sie können die Daten der dann verfügbaren Sankey-Diagramme dsehr gut für ein Sankey-Diagramm verwenden, dass dem Schema der Flusskostenmatrix folgt.

Offline pbeilschmidt

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #11 on: March 13, 2009, 14:23 »
Zu Ihrer Frage nach den \"Wertschöpfungs-Sankeys\", die entlang der Prozesskette die Wertströme zeigen:

Oliver Crönertz Wrote:
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> Im Sinne von Wertströmen (sich aufaddierende
> Kosten) erfolgt aber keine Darstellung zwischen
> den Transitionen im System. D.h. die
> Transitionskosten werden richtig berechnet und
> auch in den Balance-Übersichten ausgewiesen,
> allerdings eben nicht innerhalb der Systemgrenzen
> als Wertströme dargestellt. Gibt es dazu eine
> Extraauswertung oder habe ich einfach etwas
> übersehen?
>
> Ziel ist eine Abbildung, wie bspw. Abb. 15 (S. 30)
> bei oben aufgeführter Publikation von Prof.
> Schmidt.

Nach Rücksprache mit den Kollegen aus der Entwicklungsabteilung kann ich bestätigen, dass dies ein bekannter Fehler in Umberto 5.5.3. ist: es werden nur die Kosten an den Systemgrenzen (Austausch des Systems mit der Systemumgebung bzw. Markt) angezeigt, nicht jedoch an den internen Flüssen. Dieser Fehler ist mit dem nächsten Hotfix/Patch behoben, in früheren Versionen funktionierte das Feature auch noch.

Workaround: Stellen Sie die Berechnung in den Calculation Options auf \"Umberto 4.X\" um, und rechnen Sie das Netz durch. Anschließend rufen Sie die Kosten-Sankey-Darstellung auf.
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Peter Müller-Beilschmidt
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Offline Oliver Crönertz

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Re: UMBERTO und Flusskostenrechnung
« Reply #12 on: March 15, 2009, 16:07 »
Vielen Dank, so scheint es zu funktionieren.